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Neues aus dem Emsviertel…

 

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

nun ist das Jahr 2020 vergangen. Trotz der erschwerten Bedingungen ist im Emsviertel viel geschehen.

Bis Mitte März haben die Gruppen und Initiativen im Treffpunkt Pregelstraße ihre Arbeit fortgesetzt. Auch eine neue Initiative „Männer an den Herd“ war gestartet. Dann mussten alle solidarisch pausieren und nach einer kurzen Entspannungsphase im Sommer und Herbst ab November wieder auf Distanz gehen und ihr Wirken auf Video-, Telefon- und WhatsApp- Kontakte umstellen.
 

Um in dieser Zeit ein Zeichen der Hoffnung zu setzen
und ein gemeinschaftliches Erleben zu ermöglichen,
haben wir im April und Mai die Plakate „Alles wird gut“
in der Nachbarschaft verteilt und mehrere Hinterhof-
Konzerte an verschiedenen Standorten im Quartier
zusammen mit dem
Kinder- und Jugendzentrum Rotation organisiert.

 


Im Sommer fand auf dem zentralen Platz vor dem Kiosk Am Westpark eine schöne kreative Bauaktion zusammen mit Architektur Studierenden der Technischen Universität Braunschweig statt. In dieser Zeit haben wir auch unsere Befragung im Quartier gestartet und sehr viele interessante Gespräche mit vielen Nachbarinnen und Nachbarn zum Thema Leben im Emsviertel durchgeführt. Als Ergebnis dieser Arbeit planten wir im Dezember eine Ausstellung „Die Gesichter des Emsviertels“, die gleichzeitig ein krönender Abschluss unseres gleichnamigen Projekts sein sollte. Hierfür haben in den Herbstferien Kinder und Jugendliche in einem Foto-Workshop mit dem Fotografen Klaus Kohn Menschen im Emsviertel porträtiert. Wir haben zusammen mit dem Videoproduzenten Michael Skolik mit einigen Nachbarinnen und Nachbarn Interviews geführt und gefilmt. Der vielen in der Weststadt bekannte Maic Ullmann hat auch hierfür interessante Fotocollagen mit Motiven aus unserem Quartier angefertigt. Nun mussten wir den Termin auf das Frühjahr verlegen und hoffen, diese Kunstwerke Ihnen im März präsentieren zu können.

Ende Oktober haben wir auch noch eine schöne Lesung im Kulturpunkt West mit unserem Weststädter Autor † Harald „Harry“ Schillig organisieren und erleben dürfen. Kurz danach ist er schwer erkrankt und dann für immer von uns gegangen. Damit haben wir einen treuen Freund und eine große Stütze für unsere Quartiersarbeit verloren. Harrys Tod bedeutet für uns alle einen großen Verlust. Er war ein engagiertes, kreatives und humorvolles Mitglied des Internationalen Männertreffs und eines der markantesten und aktivsten Gesichter des Emsviertels.

Mit dem Erlös aus dem Verkauf seiner Bücher hat er viele Kinderfeste und Fahrten organisiert und mitfinanziert. Im vergangenen Jahr hat er uns beinahe bei allen Aktivitäten begleitet und geholfen. Wir werden Harry und sein Werk, wenn das wieder möglich ist, in einer besonderen Lesung gebührend würdigen.

In der Vorweihnachtszeit waren wir weiterhin in der Nachbarschaft sehr aktiv. Mit kleinen Aktionen wie z. B. „süßen“ Geschenktütchen mit Bastelideen für Kinder und Grußkarten für Seniorinnen und Senioren haben wir versucht, ein wenig Zauber, Hoffnung und Zuversicht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. Gerade in der Weihnachtszeit und um den Jahreswechsel ist uns allen sehr deutlich geworden, wie wichtig uns das Zusammenleben in der Gemeinschaft ist.
Unsere Familien, unser Freundeskreis und unsere Nachbarschaft sind sehr kostbar und deswegen sollen diese Beziehungen sehr gepflegt werden. Daher ist es auch besonders wichtig, dass wir in der Zeit, wo physische Nähe nicht möglich bzw. erschwert ist, zu zeigen, dass man trotzdem füreinander da ist.

Freundschaft, Solidarität, Liebe, Vertrauen, Zuwendung und Zuneigung erleben und erleben lassen, ist immer möglich, unabhängig von materiellen Möglichkeiten und Distanzen. Das schafft emotionale Nähe, die uns allen guttut und unsere Seelen erwärmt. Um sich mit den Herzen zu berühren braucht es nicht viel. Es reicht schon eine freundliche Begrüßung, eine kleine Karte mit lieben Worten, ein Telefonat…, ein kleines Zeichen ICH BIN FÜR DICH DA!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und uns allen für das neue Jahr 2021, dass wir einander mit dem Herzen zuhören, und dass wir in diesem Jahr das alles erfahren können, was wir im Jahr 2020 so vermisst haben: Echte Begegnungen, physische Nähe, Feste, … - eben Leben in der Gemeinschaft.

Ihr Team Quartiersarbeit Emsviertel

Text: Violetta Lenz